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Regeländerungen



Regeländerungen zur Hallenhockeysaison 2013/14 sowie die Einfüh- rung einer Versuchsregel für den Geltungsbereich der Bundesligen







Das Thema „Regeländerungen im Hallenhockey“ hat in den letzten Monaten innerhalb der Hockeyfamilie immer wieder Grund für Diskussionen geboten. Gerüchte, wie das bevorstehende „Brettlegeverbot“, machten schnell die Runde und führten zum Teil zu großen Unverständnis bei vielen aktiven Hockeyspielern. Aus diesem Grund hat der internationale Hockeyverband (FIH) im März dieses Jahres eine „Indoor-Taskforce“ ins Leben gerufen, die sich mit allen Belangen des Hallenhockeys intensiv beschäftigen soll. Das gesamte „Hockeykonzept“ wurde in den letzten Wochen vom Executive Board auf den „Prüfstand“ gestellt, da der Hockeysport beim IOC in die Kategorie „D“ abgestuft wurde und somit ein deutlicher Handlungsbedarf bei der Sportvermarktung entstanden ist. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklung will man sich künftig nur noch auf das bereits bekannte olympische Hockeyformat „Elf gegen Elf“ und das soge- nannte „Hockey 5‘s“ konzentrieren. „Hockey 5’s“ soll insbesondere in Ländern, in de- nen Hockey bislang kaum oder gar nicht gespielt wird, als Feld- und Hallensportart vo- rangetrieben werden.

Infolge dieser Strategieänderung hat die FIH die Anzahl der Spieler in der Halle von bisher 6 Spielern auf 5 Spieler reduziert. Sowohl die Hallenhockey- Europameisterschaft 2014 in Wien, als auch die Hallen-Weltmeisterschaft 2015 in Leipzig werden bereits mit reduzierter Spieleranzahl gespielt.

Auch wenn die letzte Hallenendrunde in Berlin gezeigt hat, dass es sich beim Hallen- hockey in Deutschland um eine sehr attraktive, athletische und offensive Sportart auf höchstem Niveau handeln kann, sollte man immer neue Ideen und Konzepte zur Opti- mierung des Sports diskutieren und verfolgen und Chancen zur besseren Vermark- tungsmöglichkeiten nutzen. Viele Hallenhockeyspiele zeichneten sich in der Vergan- genheit, aufgrund eines sehr defensiven Spielsystems der Mannschaften und der dadurch verursachten vielen zahlreichen und bewegungslosen Situationen insbeson- dere an den Banden, durch fehlende Attraktivität und „Torarmut“ aus. Ausgelöst wurde dies meist durch mangelnden Platz für die Spieler in der Halle.

Nirgendwo wird Hallenhockey so intensiv und professionell betrieben wie in Deutsch- land, so dass der DHB in Bezug auf das Regelwerk eine Vorreiterrolle übernehmen sollte. Aus diesem Grund hat das Präsidium, auf Empfehlung des Schiedsrichter- und Regelausschusses (SRA), beschlossen, in der kommenden Spielsaison 2013/14 in allen Bundesligen die Spielerreduzierung als verbindliche Versuchsregel einzu- führen. Die Anzahl der zulässigen Spieler im Kader pro Mannschaft soll – mit Blick auf die zu erwartende Intensivierung des Spiels – mit 12 Spielern vorerst unverändert blei- ben. Natürlich ist sich der SRA durchaus darüber bewusst, dass diese Änderung in Bezug auf Taktik und Athletik sehr große Auswirkungen haben wird. Gleichwohl wollen wir die Regeländerung aber dazu nutzen, um Hallenhockey durch mehr individuellen Raum für technisch versierte Spieler, attraktiver zu gestalten.















Nach Ende der Hallensaison 2013/14 wird auf Basis der gewonnen Erkenntnisse und feedbacks der Bundesligavereine eine entsprechende Rückmeldung über die Auswir- kungen für das Hallenhockey an die FIH gegeben. Des Weiteren muss dann bewertet und entschieden werden, inwiefern eine Übernahme der Versuchsregel in die Spiel- klassen der Landesverbände und Jugend Sinn ergibt.

Im Sinne der weiteren Angleichung von Hallen- und Feldhockey wurden auf Basis des internationalen Regelwerkes zum 1. November 2013 weitere Regeländerungen be- schlossen. Der endgültige Regeltext liegt zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vor, so dass die entsprechenden Modifikationen an dieser Stelle nur „inhaltlich“ wiedergege- ben werden können. Im Detail handelt es sich um folgende beschlossene Änderungen:





A.) Regel 2.3 f/g)
Gemäß DHB-Zusatz von Regel 2.3 g), wird für einen Torwartwechsel nur die Zeit angehalten, wenn dieser verletzt oder vom Spiel ausgeschlossen wird. Der schnel- le Torwartwechsel im Rahmen des normalen Wechselprozedere, soll eine schnelle
Überzahl für eine Mannschaft in Ballbesitz garantieren. Bisher musste der entspre- chende Torwart ebenfalls in einem Bereich von 3 m an der Mittellinie das Spielfeld verlassen. Künftig darf er dies auch an der Bande in der Nähe der Grundlinie des von ihm zu verteidigenden Tores.

B.) Regel 6.5 a)
Die Ausführung eines Bully erfolgt in der Nähe der Stelle, an der sich der Ball im Moment der Spielunterbrechung befand, jedoch weiter als 9 m zur Grundlinie ent- fernt. Diese bestehende Formulierung wird analog zum Feldhockey um den Zusatz
„…und nicht näher als 3 m zum Schusskreisrand.“ erweitert.





C.) Regel 11.6 h)
Aufgrund der Tatsache, dass die Schiedsrichter die Zeit für einen Torwartwechsel nicht anhalten müssen, entfällt die Verpflichtung einer Spielunterbrechung nach Paragraph 11.6. Da der Torwartwechsel bisher durch entsprechenden DHB-Zusatz geregelt wurde, handelt es sich hierbei eher um eine redaktionelle Änderung.



D.) Regel 13.2
Ausführung des Freischlags, des Mittelanstoßes und des Ausballs (Abschlag und
Einschiebeball):

e) Bisher mussten bei der Ausführung eines Freischlages die „Ausführung“ und das „Weiterspielen“ des Balls zwei voneinander getrennte Aktionen sein. Wie bereits auf dem Feld umgesetzt, ist dies ab kommender Saison nicht mehr er- forderlich und der Freischlag darf direkt mit nur einer Bewegung gespielt wer- den.







f) Bisher musste sich der Ball nach Ausführung eines Freischlags mindestens 1 m fortbewegt haben, bevor er von einem Mitspieler des Ausführenden gespielt werden durfte. Dies ist – analog zum Feld - ab kommender Saison ebenfalls ge- strichen.



E.) Regel 13.3 h)
Zu frühes Herauslaufen oder Betreten des Schusskreises bei der Ausführung einer Strafecke. In Anlehnung an die letzte Feldregeländerung darf eine „neu verhängte“ Strafecke, anders als eine Strafecke, die wiederholt wird, wieder mit bis zu 5 Feld- spielern (in den Bundesligen mit bis zu 4 Feldspielern) verteidigt werden.







F.) Regel 14.2Erneute Teilnahme von Spielern am Spiel nach Ablauf der Strafzeit. Bislang durfte ein auf Zeit vom Spiel ausgeschlossener Spieler nach Ablauf der Strafzeit sofort wieder das Feld betreten und am Spiel teilnehmen. Diese alte Regelung wurde ebenfalls den aktuellen Feldregularien angepasst, die eine Teilnahme erst wieder erlauben, wenn die Strafecke beendet oder eine weitere Strafecke verhängt wor- den ist.



G.) Änderungen der Richtlinien für persönliche Strafen - „gelb-rote“ KarteDer Spielordnungsausschuss hat zum 1. August 2013 den früheren § 22 Abs. 4
SPO DHB, der die Folgen einer gelb-roten Karte für das laufende Spiel regelte, aufgehoben, weil es sich hier um eine Regel- und nicht um eine Spielordnungsfra- ge handele. Der SRA hat sich vor diesem Hintergrund entschieden, eine vergleich- bare Regelung in das Regelwerk aufzunehmen, so dass sich inhaltlich nichts än- dert:

Wird einem Spieler die gelb-rote Karte gezeigt, bedeutet dies für den betroffenen Spieler nach wie vor einen Spielausschluss auf Dauer. Die betroffene Mannschaft darf sich allerdings weiterhin nach 15 Minuten (bei Spielen mit einer Spielzeit von weniger als 2x30 Minuten nach 10 Minuten) mit einem anderen Spieler komplettie- ren. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung in der Halle und vor allem durch die Reduzierung der Spieler in den Bundesligen wird die aktuelle Handhabung in Bezug auf die Komplettierung beibehalten, auch wenn es eine vergleichbare Rege- lung im internationalen Hockey nicht gibt.

Mönchengladbach, 05. August 2013





Christian Blasch

Ressort Regelwerk (SRA)

Änderungen der Regeln für Hallenhockey zum 08/2013 zum Download



Einführung einer Versuchsregel für den Geltungsbereich der Bundes- ligen zum Beginn der Feldsaison 2013/14: Spielen des Balls über Schulterhöhe





Während der „World League Turniere (Runde 3) hat die FIH im Rahmen ihrer spezifi- schen Turnierregularien eine Versuchsregel getestet, die das „Spielen mit dem Schläger über der Schulter“ legitimiert. In der Nachbereitung dieser Turniere wurde eine offi- zielle Online-Umfrage mit allen beteiligten Trainern, Schiedsrichtern und Turnieroffiziellen durchgeführt, um ein Meinungsbild in Bezug auf diesen Versuch zu bekommen. Das feedback aller Beteiligten war durchweg positiv, so dass der internationale Hockeyver- band beschlossen hat, mit dieser Regel auch bei der World League Runde 4 in Tucuman (Damen 12/2013) und Delhi (Herren 01/2014), sowie bei der bevorstehenden Weltmeis- terschaft in Den Haag (06/2014) zu spielen. Des Weiteren hat die FIH den Kontinental- verbänden empfohlen, diese Regel bei den jeweiligen Qualifikationsturnieren für die WM einzusetzen. Auf diese Veröffentlichung hat die EHF reagiert, in dem sie diese Regel als verbindlich für die Europameisterschaft in Boom (Belgien) betrachtet.Aus diesem Grund hat das Präsidium, auf Empfehlung des Schiedsrichter- und Regel- ausschusses (SRA), beschlossen, diese neue Regelung in der kommenden Spielsaison
2013/14 in allen Bundesligen als Versuchsregel einzuführen. In den höchsten Spiel- klassen des DHB wird dieser Versuch problemlos technisch umzusetzen sein und Top- Hockey somit weiter an Attraktivität gewinnen. Der SRA ist immer bestrebt, das nationale Regelwerk der Entwicklung des internationalen Hockeyverbandes anzupassen, um auch den Nationalspielern eine optimale Vorbereitung für die entsprechenden Weltturniere zu ermöglichen.Im Detail bedeutet die Änderung, dass § 9.7 um folgenden DHB-Zusatz erweitert wird:„DHB-Versuchsregel für die Bundesligen: Spieler dürfen den Ball über Schulterhöhe spielen, sofern dies nicht gefährlich ist, oder zu gefährlichem Spiel führt. Es ist verboten den Ball absichtlich über Schulterhöhe, außer bei einem Torschuss über eine weite Dis- tanz, zu schlagen.“

Diese Regel erlaubt den Spielern, immer unter dem Aspekt der Gefährlichkeit ein Stop- pen, Ablenken und auch ein Schlagen des Balles über der Schulterhöhe. Außer bei ei- nem Torschuss ist ein direkter absichtlicher Schlag in der Luft über eine große Entfer- nung verboten. Eine Klarstellung wird den Schiedsrichtern im jährlichen Briefing erläutert.Im Rückblick auf die einjährige Testperiode werden wir auf Basis der gewonnenen Er- kenntnisse die Umsetzung der Versuchsregel bewerten und darüber entscheiden, diese gegebenenfalls auch in den Spielklassen der Landesverbände und Jugend einzuführen.Mönchengladbach, 05. August 2013

Christian Blasch
Regelwerk, Schiedsrichter- und Regelausschuss, Deutscher-Hockey-Bund e.V.

Änderungen der Regeln für Feldhockey zum 08/2013 zum Download
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